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Dienstag, 30. April 2013

DIE GOLDSCHMIEDEKUNST - Perlen Teil 1





   
 
So hatten wir uns das vorgestellt. Leises Plätschern, eine angenehme Frische, und
salziger Duft von feuchtem Seetang. Ein perfektes Bild, ein schimmerndes Spiel aus
Licht und milden Farben, bei dem man Perlen behutsam aus ihren tropfenden Be-
 hausungen befreit. Bald werden zahlreiche Urteile auf sie zukommen,
 von Leuten, die sich damit auskennen.
 

Der weitere Text führt uns durch eine Perlenfarm wo feine Lichtfächer die Luft
durchschneiden und sich teils über außergewöhnlich dickbäuchige Tahitiperlen
schmiegen - die meisten geheimnisvoll anthrazitfarben oder mit bezaubernden,
goldgrünen Untertönen. Anders das Meer duftig zarter Perlen in unschuldigs-
tem Weiß, das mühelos die Grenze zwischen Wahrnehmung und
Realität aufhebt - vergleichbar einer Halluzination.




Mit Brillant an Silikonreif                        
Tahitiperle in weißem Gold                          


Vorsicht! Hier weht unverkennbar der sanfte Wind der Verführung, denn jede
dieser Schönheiten hat einen Pakt mit den "Göttern der Versuchung", und damit
Potenzial, Teil einer gerade immer länger werdenden, imaginären Wunsch-
liste zu werden! Allerdings wollen alle erstmal geerntet sein.

 

Die beste Zeit dafür sind die dortigen, trockenen Wintermonate. Dann ruht ihre

Perlmutt-Bildung und es zeigt sich ein ganz besonders schöner Lüster, der ihren
Wert erheblich mitbestimmt. Trotzdem überzeugt nur maximal jede zehnte  
mit Note "mindestens gut". Entsprechend "luftig" die Regale mit jenen,  
die endlich mit "feineren" Qualitäten glänzen.  

Wir "spielen" hier also nicht mit Imitationen, die dem außen stehenden Publikum 

irgendwas Zauberhaftes vorgaukeln sollen. In diesen Hallen befinden sich ausnahms- 
los wertvolle Zuchtperlen - Naturprodukte, die nur deshalb wachsen konnten, weil 
ihnen geschickte Hände die Chance dazu eröffneten. 

Das brauchte jedoch Zeit... viel Zeit! Je nach Größe zwischen 3 und 4 Jahre.

Das Prinzip ist einfach: Ins Bindegewebe des Austernmantels wird ein kleines,
mit Epithel umwickeltes Perlmuttkügelchen "eingepflanzt". Danach überlässt
der Züchter sie wieder sich selbst - und die Natur vollbringt ihre Wunder.


Die meisten werden später zu 40cm langen Halsketten aufgefädelt. Messen sie
über einen Meter, erhalten sie die vornehme Bezeichnung "Sautoir". Ein anderer
Begriff lautet "Verlauf" oder "Chute" und verrät schon, dass sie zu ihren Enden
hin elegant zulaufen. Anders die "Choker", deren perfekter Strang stets
aus gleich großen Exemplaren besteht. Kaum vorstellbar, dass
all ihr auswählen nur mit bloßem Auge erfolgt!



Chocolate Perle auf sanfter Welle   
Hochzeitsschmuck                                


Ohrschmuck mit Tahitiperlen        
Plakativer Ring mit Mabeperle                                   



 

Freitag, 12. April 2013

Erneut eine Innovation der "jüngeren Generation".



Ebenholz mit Gelbgold am Stahlseil.
 Künstler : Ingo Spörlein