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Dienstag, 21. Februar 2012

DIE GOLDSCHMIEDEKUNST - Bearbeiten Teil 1


 








  




Die Säge liegt bereits abwartend auf dem Werktisch. Darunter
ein matt schimmerndes Goldblech mit einer Zeichnung, welches
im Kegel der nahen Lampe ein noch sonnigeres Gelb annimmt: Da-
neben dann, ein altes, aufgeschlagenes Goldschmiedebuch in dem
mit erhobenem Zeigefinger geschrieben steht, dass unsere Arbei-
ten, neben einer ruhigen Hand und mechanischem Verständnis,
vor allem auch künstlerisches Empfinden erfordern. 
 
Sicher umschließt die Hand ihren hölzernen Griff. Augenblicke
später raspelt das filigrane Sägeblatt bereits am Rand der Skizze.
Immer wieder tauchen die feinen Zähne in die goldene Platte. Der
etwa bei Eisen wahrnehmbare Geruch bleibt aus - Gold hat keinen
Geschmack. Nur den geschundenen Feilnagel aus ehemals hellen
Buchenholz hört man leise mitvibrieren, während wir unser Werk-
stück auf ihm, wie in Zeitlupe, ständig neu ausrichten.

Für gerade Schnitte reicht natürlich oft schon die Blechschere.

Und dann liegen im Regal noch unsere guten, alten Aushauer
mit denen wir formschöne, runde Scheiben zaubern. Wer diese
unscheinbaren Bolzen aus Stahl näher betrachtet, entdeckt an
einem Ende eine kraterförmige Vertiefung mit messerschar-
fem Rand, der unsere Edelmetalle mit einem einzigen,
bloßen Hammerschlag zu durchtrennen vermag!
 
 

Weit weniger spektakulär, die gleichmäßig pulsieren-
den Geräusche unserer Feilen. Kratzen sie zu Beginn
noch etwas eisig im Ohr, sind es bald Feilen mit viel fei-
neren Hieben die den Rhythmus übernehmen. Herabfall-
ende Metallspäne untermauern die Ansicht, dass die als
Hieb bezeichneten Zähne der Feilen im Grunde eigent-
lich auch wie Sägezähne funktionieren - nur eben
jetzt horizontal, und flächig angeordnet.

             
                - - - 

Wie überall, gibt es auch unter den Goldschmieden "Verrückte",
begnadete, denen scheinbar mühelos astreine Flächen und Kanten
gelingen, ohne Unebenheiten - die manche vielleicht nicht mal sooo
sehr stören würden. Mag sein ... , solchen Typen ist dies jedenfalls
fühlbar wichtig, wie untere Pretiosen stellvertretend beweisen:
 

Malachit in Silber - fast schon abstrakt
Ohrschmuck in 18-karätigem Gelbgold
Brillanten für ihren Hals ...