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Donnerstag, 21. April 2011

DIE GOLDSCHMIEDEKUNST - Farbsteine Teil 2



Verdelith - die grüne Variante des Turmalins


 Der unbekümmert verwendete und zugleich diskriminierende
Begriff "Halbedelstein" ist übrigens Nonsens - und meint meist die
korrekter als Schmucksteine zu bezeichnenden Mineralien, welche
wir wegen ihres Charakters nicht mehr zur "Upperclass" zählen.

 
Ungeachtet dessen, beschenkt uns die Natur auch mit Raritäten wie
dem orange leuchtenden Saphir Namens Padparadscha oder dem ge-
heimnisvollen, schwarzen Opal. Kurios sind auch blaue Rubine, grüne
Granate sowie auch immer wieder bisher unentdecktes Material.

Verantwortlich sind immer Metalloxide. So erhält der Smaragd sein
begehrtes Grün von geringen Mengen Chrom, welches auch am ver-
führerischen Rot des Rubins beteiligt ist. Eisen und Titan hingegen,
verhelfen dem Saphir zu seiner bezaubernden, blauen Farbe.



Aquamarin


Zwischenstation Schleiferei. Bevor wir erleben wie Ihre spätere
Form mehr und mehr an Gestalt gewinnt, befreit man sie erst noch von
unschönen Stellen durch Sägen oder Spalten. Dann hält man sie an riesige,
vertikal laufende Steinräder. Herabrieselndes Wasser hält sie kühl. Später ist
die Scheibe aus Kupfer, Bronze oder Blei mit Schmirgelpulver. Allerdings sind
wir dann schon beim Feinschleifen. Ihr umwerfendes Strahlen bekommen sie
jedoch erst bein abschließenden Drücken gegen rotierende Holz- oder Zinn-
scheiben die mit Bimsmehl oder einer alternativen Paste präpariert wurden.
Die meiste Zeit sind die kostbaren Steine dabei auf einen "Kittstock"
geleimt - eine ebenso alte, wie zuverlässige Fixierung!


Ist ein Stein fertig, zeigt sich, ob man es für vorteilhafter hielt ihn
mit vielen einzelnen Facetten zu versehen, oder doch besser mit
einem Cabochon-Schliff, den man sich gerne auch als glatte
Halbkugel vorstellen darf. 

Nach dem abklopfen letzter Staubreste meint der Schleifer:
"Den werden wir wohl bald auf dem Werktisch eines kre-
ativen Goldschmiedes sehen."

 

Opal mit Muttergestein
Blautopas